1. Leitbild:

Die Katholische Pfarrgemeinde St. Cornelius und Peter unterhält die Kita St. Peter in Boisheim.

Unser Schutzpatron ist der Heilige Petrus, einer der ersten und nächsten Freunde Jesu. Seine Persönlichkeit und sein Wirken sind Leitbild für die Arbeit in unserer Kindertageseinrichtung…

…Das Leben des Petrus veränderte sich grundlegend dadurch, dass Jesus ihn ansprach und für seine Sache begeisterte.

                        Petrus- Mensch wie wir!

Die Kinder stehen im Mittelpunkt all unseres Handelns. Der Entwicklungsstand jedes Kindes stellt den Ausgangspunkt unseres pädagogischen Handelns dar. Wir orientieren uns an deren Wünschen und Bedürfnissen.

In der Vielfalt des Menschlichen wollen wir jedem Kind helfen, seine eigene Persönlichkeit und Begabung zu erkennen und zu fördern.

Im gemeinsamen Tun lernt das Kind Freundschaften zu schließen aber auch sich mit Problemen auseinander zu setzen.

Das Kind ist ein Geschöpf Gottes, ist Abbild Gottes. Wir erziehen es im Geiste christlicher Nächstenliebe, die Würde und Überzeugung anderer zu achten.

                        Petrus- der Menschenfischer!

Petrus verspürte den Auftrag, Menschen für die Sache Jesu zu begeistern.

Wir sehen uns in der Nachfolge Petri und machen die Kinder bekannt mit Jesus als Freund, dem sie sich in ihrem Leben anvertrauen können.

                        Petrus- der Fels!

„…auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen…“ sagt Jesus.

Auch wir betrachten den Glauben als unser Fundament. Darum vermitteln wir christliche Werte und Bräuche als Angebot und Orientierung für das Leben der Kinder und Familien.

Die soziale und religiöse Erziehung stehen in Verbindung miteinander und bilden eine Basis für das Leben.

                        Petrus- Mensch mit Stärken und Schwächen!

Unsere Orientierung setzt an den individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten des einzelnen Kindes an. So erkennen wir Grenzen und Schwächen und gehen bewusst damit um.

Die sozialen, kognitiven, motorischen, sprachlichen, kreativen und emotionalen Fähigkeiten werden gefördert und erweitert.

Mit gelebter Lebensfreude und Dankbarkeit erinnern wir die Kinder, dass sie und wir alle Geschöpfe Gottes sind.

                        Petrus- der Vertraute Jesu!

Unsere Einrichtung ist ein Lebensraum für Kinder mit einer Atmosphäre von Vertrauen, Aufgeschlossenheit und Geborgenheit, in der Kinder sich wohl fühlen und ihre eigene Entfaltung finden.

Wir verstehen uns als „Offenes Haus“, in dem Begegnung mit Kindern und Eltern gleich welcher Nation, Kultur oder Religion stattfindet.

                        Petrus- engagiert und konfliktbereit!

Unsere Mitarbeiter sind qualifizierte Fachkräfte. Sie übernehmen Verantwortung in ihrer Arbeit und versehen ihre Aufgaben mit Herz und Verstand.

Die Zusammenarbeit ist geprägt von Toleranz, Offenheit und Wertschätzung.

Die Mitarbeiter stellen sich den Anforderungen der Kinder, den Wünschen und Anregungen der Eltern,  der kirchlichen Gemeinde St. Cornelius und Peter und der Weltlichen Gemeinde Boisheim.

                        Petrus- Führungsfigur!

Als Träger dieser Tageseinrichtung für Kinder nehmen wir unseren pastoralen Auftrag als Pfarrgemeinde und unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr.

Wir orientieren unser Angebot an den Lebensverhältnissen der Familien in unserer Gemeinde und reagieren auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Als Kirchengemeinde tragen wir Verantwortung für die Einrichtung. Durch die Schaffung der Rahmenbedingungen sorgen wir für den Erhalt und die  Weiterentwicklung der Einrichtung.

In unserer Verantwortung als Träger treffen wir Grundsatzentscheidungen. Darüber hinaus vertrauen wir der Kompetenz und dem Engagement unseres Personals und stärken ihm den Rücken, in dem wir loyal hinter ihm stehen, Anerkennung entgegenbringen, Zusammenarbeit fördern und für qualifizierte Aus.-und Fortbildung eintreten.

                        Petrus-Stellvertreter Jesu!

Unsere Kita hat einen festen Platz in der kirchlichen und dörflichen Gemeinschaft von Boisheim. Unsere religiöse Erziehung geschieht ergänzend zur Erziehung in der Familie und ist beispielhaft für verantwortlich gelebten Glauben.

Die Kindertageseinrichtung und die Mitarbeiter pflegen Kontakte und Zusammenarbeit mit den zuständigen kirchlichen Gremien, den kommunalen Stellen, mit Gruppen, Einrichtungen und Institutionen (in Kirche und Gesellschaft) vor Ort und darüber hinaus.

2. Verhaltenskodex:

Als Mitarbeiter/-in der katholischen Tageseinrichtung St. Peter bin ich in besonderer Weise verpflichtet, Mädchen und Jungen in ihren Rechten zu stärken, sie vor Verletzungen zu schützen und körperliche und seelische Unversehrtheit zu gewährleisten. Mein Handeln ist an folgenden Grundsätzen ausgerichtet, die ich beachten und verbindlich einhalten werde.

Die mir anvertrauten Mädchen und Jungen haben das Recht auf eine sichere Einrichtung. Ich setzte mich für ihren bestmöglichen Schutz ein und werde keine offenen und subtilen Formen von Gewalt, Grenzverletzungen oder Übergriffen an Kindern vornehmen bzw. wissentlich zulassen oder dulden. Dazu gehören:

– verbale Gewalt (herabsetzen, abwerten, bloßstellen, ausgrenzen, bedrohen)

– körperliche Gewalt

– sexuelle Gewalt und sexuelle Ausnutzung

– Machtmissbrauch

– Ausnutzung von Abhängigkeiten

Mein Handeln schließt den Schutz der Kinder bei Übergriffen der Kinder untereinander ein. Ich unterstütze die Kinder, ihr Verhalten zu verändern. Ich beziehe gegen diskriminierendes, gewalttätiges und sexistisches Verhalten aktiv Stellung und greife ein. Wenn ich Kenntnisse von einem Sachverhalt erlange, der die Vermutung auf ein Fehlverhalten durch Mitarbeitende nahelegt, teile ich dies unverzüglich meiner Leitung mit. Bei Vermutung auf Fehlverhalten meiner Leitung wende ich mich an die Präventionsfachkraft des Trägers der Katholischen Kirchengemeinde St. Cornelius und Peter. Die Ansprechpartner sind mir bekannt, die Kontaktdaten sind in der Kita veröffentlicht.

Mein pädagogisches Handeln ist transparent, nachvollziehbar und entspricht fachlichen Standards. Ich nutzte die vorhandene Struktur und vereinbarte Abläufe und dokumentiere sie. Dabei orientiere ich mich an den Bedürfnissen der Kinder und arbeite mit den Eltern partnerschaftlich zusammen.

Ich anerkenne jedes Kind in seiner Individualität und respektiere sein Recht auf Selbstbestimmung. Mein professioneller Umgang ist wertschätzend, respektvoll und verlässlich- dabei achte ich die Gestaltung von Nähe und Distanz, von Macht und Abhängigkeit und von Grenzen. Dies gilt ebenso für den professionellen Umgang mit Bildern und Medien. Hierfür trage ich als Erwachsene/r die Verantwortung. Das richtige Maß an professioneller Nähe und Distanz zu entwickeln, ist ein fortwährender Prozess der Selbst- und Teamreflexion.

Ich achte dabei auch auf meine eigenen Grenzen.

Körperkontakt und körperliche Berührung zwischen den Kindern und mir als pädagogische Bezugsperson sind wesentlich und unverzichtbar. Dabei wahre ich von Anfang an die individuelle Grenze und persönliche Intimsphäre der Kinder. Verbaler Kontakt sowie Körperkontakt geschehen ihnen gegenüber respektvoll und mit Achtsamkeit gegenüber ihren Grenzen. Ich respektiere das Recht des Kindes  „nein“ zu sagen auch bei nonverbalen Zeichen.

Mein Umgangston ist höflich und respektvoll, meine sprachlichen Äußerungen bzw. die Worte die ich verwende, sind nicht abwertend, herabwürdigend oder ausgrenzend. Dies gilt ebenso für meine nonverbale Kommunikation (Mimik, Gestik…) Mein grenzachtender Umgang beinhaltet auch, die Kinder nicht mit ihren Kosenamen anzusprechen wenn sie dies nicht möchten.

Ich nehme jedes Kind in seinem individuellen Ausdruck ernst. Ich beobachte und höre sensibel zu, um im Dialog mit ihm herauszufinden, für welche Themen es sich interessiert oder welche Fragen es beschäftigt. Damit signalisiere ich jedem Kind: „Deine Gedanken interessieren mich.“ Ich unterstütze es dabei, Worte für seine Gefühle und seine Erlebnisse und alle seine Körperteile zu finden. Insbesondere wenn ein Kind Angst und Kummer zeigt, wende ich mich ihm zu und biete ihm durch meine Zugewandheit an zu erzählen, was es erlebt hat. Vor allem auch über Situationen, in denen es sich unwohl, bedrängt oder bedroht gefühlt hat oder ihm etwas „komisch“ vorgekommen ist. Sollte ich dabei Kenntnis von grenzverletzenden oder gefährdenden Sachverhalten erlangen handle ich gemäß den Regeln und Abläufen dieses Schutzkonzeptes.

Ich unterstütze die Kinder in der Entwicklung eines positiven Körpergefühls. Die Kinder sollen lernen, dass sie ein Recht auf ihren eigenen Körper und Körperwahrnehmung haben. Dabei achte ich respektvoll auf ihre individuellen Schamgrenzen und Intimsphäre. Die Förderung elementarer Körpererfahrung beinhaltet auch, den Körper neugierig zu erforschen und Erfahrungen mit anderen zu sammeln.

Ich achte darauf, dass klare Regeln und Grenzen, die im Team entwickelt und im sexualpädagogischen Konzept unserer Kindertageseinrichtung St. Peter beschrieben sind, eingehalten werden. Ich sorge dafür, dass nichts gegen den Willen eines einzelnen geschieht und greife ein, wenn es zu grenzverletzendem Verhalten bzw. Sexual erkunden unter den Kindern kommt.

Ich trenne berufliche und private Kontakte und gestalte Beziehungen zu Kindern und deren Familien meinem jeweiligen Auftrag entsprechend. Herausgehobene, intensive freundschaftliche Beziehungen zwischen mir als Bezugsperson/ Erzieherin und Kindern unterlasse ich.

In meinem professionellen Umgang mit Medien ist mir die Beachtung des geltenden Datenschutz und der Intimsphäre selbstverständlich. Bei Veröffentlichungen und Weitergabe von Fotos, Texten und Tonmaterialien achte ich das allgemeine Persönlichkeitsrecht, insbesondere das Recht am eigenen Bild.

Auf die Nutzung eines privaten Handys mit integrierter Kamera verzichte ich. Auf meinem Handy sind keine Bilder der Kinder der Kita St. Peter gespeichert. Ich kenne die entsprechende Datenschutzverordnung und Regelung im Umgang mit Fotos der Kinder.

Ich informiere meine Kolleg/-innen und die  Leitung über besondere Belastungssituationen und unterstütze sie im Alltag. Ich achte darauf, dass im Team ein wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander erfolgt. Konflikte oder auftretende Meinungsverschiedenheiten tragen wir angemessen aus, mit dem Ziel sie konstruktiv zu lösen. Ich bin bereit zur gemeinsamen Reflexion und greife Anregungen aus dem kollegialen Austausch auf.

Im Sinne einer konstruktiven Fehlerkultur können und dürfen Fehler passieren. Sie müssen offen benannt, eingestanden und aufgearbeitet werden, um sie zur Verbesserung unserer Arbeit nutzen zu können. Ich werde deshalb Fehlverhalten, gefährdende Sachverhalte und alle Sachverhalte und Verhaltensweisen, deren Sinn und Hintergrund ich nicht verstanden habe, offen bei Kolleg/-innen im Team und gegenüber der Leitung ansprechen. Ich hole mir rechtzeitig Unterstützung, wenn ich an meine Grenzen komme, um Fehlreaktionen (auch stressbedingte) zu vermeiden. Ich achte auf meine körperliche und emotionale Gesundheit und nehme gesundheitliche Beeinträchtigungen ernst. Ich spreche psychische und physische Grenzen an und nehme bei Bedarf Hilfe in Anspruch. Ich bin bereit, meine Fachkompetenz zu erweitern und weiter zu entwickeln. Dabei nutze ich die zur Verfügung gestellten Angebote wie Fortbildung, fachliche Beratung oder Fachliteratur, um meine Fertigkeiten und mein Fachwissen zu überprüfen und zu erweitern. Ich halte mich an die Vorgaben meines Trägers, der Katholischen Kirchengemeinde St. Cornelius und Peter, und bin bereit, an Prozessen die der Weiterentwicklung dient, mitzuarbeiten.

Verpflichtungserklärung zur Erhaltung des Verhaltenskodex:

 Gemäß §6 Abs. 3 der Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz-oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Aachen

Personalien und Tätigkeit der/des Erklärenden:

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Name, Vorname

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Anschrift

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Einrichtung, Dienstort

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Dienstbezeichnung

Erklärung:

Ich habe den Verhaltenskodex der oben angegeben Einrichtung erhalten.

Die darin formulierten Verhaltensregeln habe ich aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Ich verpflichte mich, den Verhaltenskodex gewissenhaft zu befolgen.

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Ort, Datum                                                                                     Unterschrift

3. Beteiligung von Kindern/Partizipation:

Partizipation bezeichnet grundsätzlich verschiedene Formen von Beteiligung bzw. Mitbestimmung.

In Kitas ist Partizipation die ernst gemeinte altersgemäße Beteiligung der Kinder am Kita- Alltag unter Berücksichtigung des jeweiligen Entwicklungsstandes der Kinder.

Partizipation ist eine Haltung um Bildungs.- und Entwicklungsprozesse zu begleiten.

In unserem Alltag verstehen wir uns als Begleiter und „Ermöglicher“.

Unsere Aufgabe ist es, die Kinder in ihren Bemühungen Erfahrungen zu machen und Wissen zu erweitern, zu unterstützen.

Wir möchten Lernbereitschaft und Potenziale der Kinder aufgreifen und begleiten.

Jedes Kind soll gleichermaßen ernst genommen werden. Das heißt keineswegs dass Kinder alles dürfen oder jeder Wunsch erfüllt wird.

Es geht darum, unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse gemeinsam Lösungen zu finden und somit Selbstbildungsprozesse bei den Kindern anzuregen.

Damit Partizipation im Kita- Alltag funktionieren kann, müssen die Kinder mit ihren Bedürfnissen, Anliegen und Themen ernst genommen werden.

Hierbei werden sie von den Erziehern begleitet.

Wir entscheiden nicht über die Köpfe der Kinder hinweg, sondern bieten Hilfestellungen.

So werden die Kinder gestärkt und unterstützt, gemeinsam mit den Erziehern, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen.

Die Kommunikation zwischen Erziehern und Kindern spielt dabei eine wichtige Rolle.

Zu sehr ist man als Erwachsener gewöhnt für Kinder zu denken und ihnen Verantwortung abzunehmen die sie selbst tragen könnten.

Wir schenken dem Kind Vertrauen und stärken somit das Selbstbewusstsein.

Gemeinsame Entscheidungen und Lösungen müssen eingehalten werden.

Bei nicht gelingen tritt eine Konsequenz in Kraft, die ebenfalls mit den Kindern im Vorfeld besprochen wurde.

Jedes Kind ist anders!!! Dies berücksichtigen wir und stimmen Inhalte und Methoden darauf ab.

Aktuelle Themen aus dem Alltagsgeschehen werden aufgegriffen und nach unserem Konzept umgesetzt.

Auflistung der Angebote und Maßnahmen unserer Kita zum Thema: „Kinder stark machen“

– Materialien der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung (BZgA) für Kinder im Alter von 3-6 Jahren

– Literatur zum Thema: Aufklärung, Gefühle, Ängste, Grenzverletzungen für Kinder im Alter von 2-6 Jahren

–  Selbstverteidigung, Selbstbehauptung und Prävention für Vorschulkinder und je einem Elternteil in Kooperation mit Thomas Löhrke ( Fachpädagoge für Konfliktkommunikation, Selbstverteidigungsspezialist, ehem. Ausbilder für Justiz &Polizei Trainer C Breitensport des DOSB/ Ju-Jutsu-Polizei Einsatztrainer.

4. Beschwerdemöglichkeiten:  

Wir sorgen dafür, dass die Kinder neben dem Recht auf Beteiligung auch das Recht haben sich zu beschweren und das ihre Anliegen gehört und angemessen behandelt werden. Das stärkt ihre Position in unserer Kita St. Peter und gibt uns als Team neue Sichtweisen auf unser eigenes Wirken. Kinder, die sich selbstbewusst für ihre Rechte und Bedürfnisse einsetzen können sind besser vor Gefährdung geschützt. Unser bewusster Umgang mit Beschwerden ist somit eine wichtige Voraussetzung für den aktiven Kinderschutz in unserer Kindertageseinrichtung.

In jeder Beschwerde steckt auch immer Entwicklungspotenzial! Das ernst nehmen der Anliegen und Bedürfnisse, die Kinder und auch Eltern äußern, regen die eigene Arbeit an, Strukturen und Abläufe, und das eigene Verhalten, zu reflektieren. Beschwerden bewirken Veränderung und ermöglichen Entwicklungen. Damit dienen sie auch der Qualitätsentwicklung unserer Kita. Gerade die Auseinandersetzung mit den eigenen Beschwerden und die Erfahrung ernst genommen zu werden, ergeben für die Kinder die Möglichkeit, personale Kompetenzen wie Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit wahrzunehmen und weiter zu entwickeln. Ebenso erwerben sie soziale Kompetenzen in der Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen anderer. Die Kinder müssen Lösungen und Strategien entwickeln oder Kompromisse aushandeln. Die Entwicklung dieser Kompetenzen sind Ziele unserer Pädagogischen Arbeit in der Kita und dienen der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.

Die Mädchen und Jungen äußern ihre Beschwerde oft nicht direkt. Ihre Anliegen und Bedürfnisse, die hinter einer Beschwerde im weitesten Sinne liegen, können sehr unterschiedlich aussehen. Dies kann ein Unwohlsein, eine Unzufriedenheit sein (z.B. mit dem Essen), es kann sich um einen Veränderungswunsch handeln (z.B bezüglich einer Regel), oder ein Thema betreffen, das sich aus dem Verhalten und Reaktionen der anderen ergibt (z.B. dem Konflikt nicht mitspielen zu dürfen)

Wir Erzieherinnen sind gefordert, die Unmutsbekundungen bewusst wahrzunehmen und uns mit den Kindern auf die Suche nach dem begeben, was hinter der Beschwerde steckt. Deshalb sind auch die Anliegen, die aus Sicht von Erwachsenen eher Kleinigkeiten und Banalitäten darstellen, für uns Erzieherinnen wichtig. Durch unser Interesse an ihrer Kritik fühlen sich die Kinder ernst genommen und suchen auch bei anderen Sorgen unsere Unterstützung.

Die Kinder in der Kita nutzen im Alltag oft informelle Wege, um ihre Unzufriedenheit zu äußern und sie äußern sie nicht immer eindeutig  und direkt. Meist suchen sie sich hierzu eine Person ihres Vertrauens. Dies kann die Gruppenleitung, aber auch jede andere Erzieherin in der Kita sein. Diese Person steht den Kindern unmittelbar zur Verfügung und ist sozusagen die erste entscheidende Beschwerdestelle. Es ist uns wichtig, dass die Kinder erfahren, dass ihre Beschwerden ernst genommen, bearbeitet und die Ergebnisse der Bearbeitung transparent  gemacht wird. Hierzu gibt es gemeinsam festgelegte Gruppenregeln, klar formulierte“ Nein“ oder „Stopp“ Regeln. Das Achten von Grenzen ist wichtig. Ein Kind, das ein sicheres Gefühl für die eigene persönliche Grenze hat, kann dies nach außen deutlich machen und „Nein“ sagen. Die Aufmerksamkeit der Erzieherinnen ist besonders dann gefordert, wenn eine Grenze missachtet oder überschritten wird…egal durch wen: Pädagogisches Handeln erfordert dann ein rasches Reagieren und Eingreifen.

Den Anspruch, unsere Kindertageseinrichtung St. Peter zu einem sicheren Ort für Kinder zu machen, beinhaltet dabei auch das eigene Personal in den Blick zu nehmen und fachlich zu begleiten. Sollte es zu Beschwerden über eine/n Mitarbeiter/-in hinsichtlich einer Vermutung auf grenzverletzendes Verhalten oder sexuell übergriffiges Verhalten kommen ist das Vorgehen klar geregelt. Hier nutzen wir das „Verfahren für den Umgang mit Hinweisen auf Gefährdung des Kindeswohl in katholischen Tageseinrichtungen für Kinder“ des Bistums Aachen (KiWoSkala).

5. Prävention:

Der Präventionscheck wurde durchgeführt von: Daniela Born/ Leitung der Kita

Datum der Durchführung des Präventionschecks: Dezember 2018

Vereinbarte Umsetzungsschritte:

– Erstellung eines Krisenplans für den Notfall

– Erstellung eines transparenten Regelwerkes/ Hausordnung

– Erstellung eines transparenten Beschwerdesystems für Kinder und Eltern

– regelmäßiger Austausch im Team zum Thema: „Prävention von sexualisierter Gewalt“

Erneute Überprüfung spätestens: Juli 2019

6. Intervention:

Steht die Vermutung auf grenzverletzendes  Verhalten durch Mitarbeiter im Raum wird die Einrichtungsleitung unverzüglich handeln. Als erstes gilt es zu bewerten, ob es sich um pädagogisches Fehlverhalten, grenzverletzendes Verhalten, Überengagement, Verwicklung von beruflichem und privatem Engagement oder sexualisierte Gewalt handelt. Fakten sind abzuklären, insbesondere durch Gespräche mit dem betroffenen Kind und seinen Eltern, als auch mit der betroffenen Mitarbeiterin.

Als Orientierungshilfe nutzen wir das „Verfahren für den Umgang mit Hinweisen auf Gefährdung des Kindeswohl in katholischen Tageseinrichtungen für Kinder des Bistum Aachen“ (KiWO Skala) – siehe Anhang!

Wir berücksichtigen den Datenschutz aller Beteiligten, gleichzeitig werden die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten gewährleistet. Nur so kann eine Verunsicherung der Mitarbeiterinnen und der Eltern vermieden und ungerechtfertigte Verdächtigungen vorgebeugt werden.

In Fällen sexuell motivierter Grenzüberschreitung wird die  Kinderschutzfachkraft der Katholischen Kirchengemeinde St. Cornelius und Peter zu Rate gezogen.

 (siehe Punkt 8: Ansprechpartner zum Thema Prävention)

7.Fortbildung, Fachberatung, Supervision:

Alle hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen nehmen gemäß §9 der Präventionsordnung für das Bistum Aachen an einer 12 stündigen Schulung teil.

Nebenberuflich und ehrenamtlich Tätige besuchen eine 6 stündige Präventionsschulung.  

Das Katholische Forum Viersen/ Krefeld führt die Schulungen durch.

Alle 5 Jahre sind die Mitarbeiter verpflichtet, an einer Vertiefungsveranstaltung entsprechend der gültigen Ausführungsbestimmungen des Bistums Aachen teilzunehmen.