1. Definition: Partizipation bezeichnet grundsätzlich verschiedene Formen von Beteiligung bzw. Mitbestimmung. In Kitas ist Partizipation die ernst gemeinte altersgemäße Beteiligung der Kinder am Kindergartenalltag unter Berücksichtigung des jeweiligen Entwicklungsstandes der Kinder. Partizipation ist eine Haltung um Bildungs.- und Entwicklungsprozesse zu begleiten.
  2. Rolle der Erzieher: In unserem Alltag verstehen wir uns als Begleiter und “ Ermöglicher“. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder in ihren Bemühungen Erfahrungen zu machen und Wissen zu erweitern, zu unterstützen. Wir möchten Lernbereitschaft und Potenziale der Kinder aufgreifen und begleiten. Jedes Kind soll gleichermaßen ernst genommen werden. Das heißt keineswegs dass Kinder alles dürfen oder jeder Wunsch erfüllt wird. Es geht darum, unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse gemeinsam Lösungen zu finden und somit Selbstbildungsprozesse bei den Kindern anzuregen.
  3. Prinzipien der Partizipation: Damit Partizipation im Alltag funktionieren kann, müssen die Kinder mit ihren Bedürfnissen, Anliegen und Themen ernst genommen werden. Hierbei werden sie von den Erziehern begleitet. Wir entscheiden nicht über die Köpfe der Kinder hinweg, sondern bieten Hilfestellungen. So werden die Kinder gestärkt und unterstützt, gemeinsam mit den Erziehern Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen. Die Kommunikation zwischen Erziehern und Kindern spielt dabei eine wichtige Rolle. Zu sehr ist man als Erwachsener gewöhnt für Kinder zu denken und ihnen Verantwortung abzunehmen die sie selbst tragen könnten. Wir schenken dem Kind Vertrauen und stärken somit das Selbstbewusstsein. Gemeinsame Entscheidungen und Lösungen müssen eingehalten werden. Bei nicht gelingen tritt eine Konsequenz in Kraft, die ebenfalls mit den Kindern im Vorfeld besprochen wurde. Jedes Kind ist anders!!! Dies berücksichtigen wir und stimmen Inhalte und Methoden darauf ab. Aktuelle Themen aus dem Alltags Geschehen werden aufgegriffen und nach unserem Konzept umgesetzt.

International sind Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention, die in Deutschland 1990 in Kraft getreten ist, festgeschrieben. Die Artikel in dieser Konvention beinhalten vier Grundprinzipien:

 

  • dem Recht der Kinder auf Versorgung und Überleben
  • ihrem Recht auf Schutz
  • dem Recht der Kinder auf Entwicklung und Förderung
  • sowie ihrem Recht auf Anhörung und Beteiligung

Kinderrechte werden nur dann verwirklicht, wenn alle Grundprinzipien beachtet werden.

 

Die Kinderrechte in unserer Tageseinrichtung:

 

  • Alle Kinder haben die gleichen Rechte – egal welcher Herkunft, sozialem Hintergrund und Entwicklungsstand.
  • Das Wohl und die Würde des Kindes sind bei allem vorrangig zu berücksichtigen – jedem Kind soll es gut gehen.
  • Kinder haben das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit
  • Kinder haben das Recht zu lernen
  • Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und sich zu bewegen.
  • Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen mitzubestimmen und dem Alter entsprechend Entscheidungen zu treffen.

 

 

 

Wir nehmen die Kinderrechte ernst – sie sind Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.

 

 

Die Umsetzung der Kinderrechte spiegelt sich in unserem Kindergartenalltag wieder, indem Kinder als Ideengeber  und Beschwerdeführer aktiv einbezogen werden. Beschwerden sind für uns keine lästigen Störungen, sondern eine Botschaft und ein Beziehungsangebot.

Die Beteiligung von Eltern ist immer die Grundvoraussetzung, damit Eltern und Erzieher zum Wohl des Kindes zusammen arbeiten.

Eltern tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung und Bildung ihres Kindes – wir begleiten und unterstützen.

Durch das Recht der Kinder auf Beteiligung – also Partizipation – an Planungen und Entscheidungen erwerben und erfahren sie demokratische Grundlagen.

Kinder teilhaben zu lassen bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen!

 

 

 

Umsetzung der Kinderrechte in unserer Tageseinrichtung:

 

Jedes Kind wird so angenommen wie es ist. Mit allen Fähigkeiten und Schwächen.  Wir holen jedes Kind da ab wo es steht.

Wir sehen die Kinder als kompetente kleine Menschen. Wir schenken ihnen ein

offenes Ohr und ermutigen sie dazu ihre eigenen Bedürfnisse in Worte zu fassen. Wir geben ihnen Hilfe, wenn sie Hilfe brauchen.

 

Unser Bildungsauftrag beinhaltet auch, die Kinder vor Gefahren zu schützen und zu handeln

 

In unserer Einrichtung bieten wir den Kindern das Lernen auf verschiedene Weisen an. Im Freispiel sowie bei angeleiteten Angeboten und Impulssetzungen haben die Kinder die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.

 

Durch die Raumgestaltung in unsere Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit einen Spielort zu wählen, der ihren Bedürfnissen entspricht. Dabei berücksichtigen wir die aktuellen Interessen der Kinder und sind flexibel in der Umgestaltung.

 

Es ist uns wichtig, dass die Kinder zu jeder Zeit einen Ansprechpartner haben. Meinungen, Wünsche und Sorgen der Kinder werden gehört und ernst genommen.

 

Die Kinderrechte sind wesentliche Gestaltungsmomente für eine kinderfreundliche und zugleich zukunftsfähige Gesellschaft. Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist es, dass Kinder lernen, welche Rechte sie haben, wie sie sich Recht verschaffen und wie sie selbst Recht tun können.

 

Dies ist ein stetiger Lernprozess für Kinder, Eltern und Erzieher in unserer Einrichtung!